Herzlich Willkommen
Krähenwinkel ist ein Ortsteil der Stadt Langenhagen in der Region Hannover
Nachtflug-Irrsinn in Hannover:
Wie Politik und Airlines die Anwohner
opfern – für ein finanzielles
Nullsummenspiel
Während an nahezu allen deutschen Großflughäfen nachts die
Triebwerke schweigen, dröhnen in Hannover-Langenhagen (HAJ)
auch um zwei Uhr morgens ungestört die Turbinen. Ein Privileg,
das von der niedersächsischen Landespolitik rund um
Ministerpräsident Olfa Lies und der Flughafengeschäftsführung
vehement verteidigt wird. Inoffiziell geschieht dies gern unter
dem blumigen Deckmantel der „türkisch-deutschen
Freundschaft“, offiziell verweist man auf angeblich unverzichtbare
Wirtschaftsinteressen. Doch ein Blick auf die realen Daten
enthüllt die schonungslose Wahrheit: Hannover dient als billiger
Nachtspielplatz für ausländische Fluggesellschaften, während der
Betreiber finanziell draufzahlt und die Anwohner gesundheitlich
vor die Hunde gehen.
Die Zahlen-Farce:
Wenn die Nacht zum Tag gemacht wird
Ein direkter Vergleich der Flugbewegungen entlarvt die extreme
Schieflage des Flugbetriebs. Während der zwölf Tagesstunden
zwischen 08:00 Uhr und 20:00 Uhr verzeichnet der Flughafen
Hannover insgesamt 36 Flüge – eine erstaunlich überschaubare
Auslastung. Die bittere Überraschung folgt in der Dunkelheit: Von
20:00 Uhr abends bis 08:00 Uhr morgens dröhnen mit 35 Flügen
fast genauso viele Maschinen über die Region.
Besonders eklatant zeigt sich die Gewichtsverlagerung beim
Türkei-Verkehr (Zahlen August 2026):
> Türkei-Ankünfte am Tag (08:00 – 20:00 Uhr):
Mageres Aufkommen von gerade einmal 6 Ankünften.
> Türkei-Ankünfte in der Nacht (20:00 – 08:00 Uhr):
Die Zahl der Ankünfte aus der Türkei schnellt auf sagenhafte 17
Maschinen hoch.
> Türkei-Abflüge am Tag (08:00 – 20:00 Uhr):
Nur vereinzelt 2 bis 3 Maschinen (wie z. B. nach Istanbul oder
Antalya), da der Großteil des Türkei-Abflugverkehrs ebenfalls in
die späten Abend- und Nachtstunden verlagert wird.
Finanzieller Blindflug für 50-Euro-Tickets
Die Hauptgewinner dieser Praxis sind drei türkische
Fluggesellschaften (u. a. SunExpress, Pegasus und
Corendon/AJet). Sie nutzen das Ausbleiben eines
Nachtflugverbots schamlos aus, um ihr Fluggerät rund um die
Uhr auszulasten und Flugscheine zu Dumpingpreisen auf den
Markt zu werfen. Wer diese Flüge in der Türkei bucht, bekommt
das Ticket nach Hannover teils für lächerliche 50 bis 60 Euro.
Das Absurde daran: Für den Flughafen Hannover ist dieser
nächtliche Aufwand betriebswirtschaftlicher Irrsinn. Es handelt
sich im besten Fall um ein Nullsummenspiel, realistisch gesehen
um ein hohes Draufzahlgeschäft. Die mageren Lande- und
Flughafengebühren der Billigflieger decken bei weitem nicht die
immensen Personalkosten und die saftigen Nachtschichtzulagen
ab, die für den 24-Stunden-Betrieb der Logistik, Abfertigung und
Sicherheit anfallen.
Krank durch Lärm: Die Verachtung der Betroffenen
Die Zeche für diesen verfehlten Kurs zahlen die Menschen in der
Region Hannover mit ihrer Gesundheit. Bürgerinitiativen wie
BON-HA („Besser ohne Nachtflug“) und Lärmwirkungsforscher
schlagen seit Jahren vergeblich Alarm. Mediziner warnen
eindringlich vor den extremen Lautstärkewerten in der Nacht, die
zu massiven Schlafstörungen, Stresszuständen und
Herzkreislauferkrankungen führen. Dass Kommunalpolitiker,
Landesregierung und Flughafenmanager die Hilferufe der Bürger
und die fundierten Warnungen von Ärzten konsequent
ignorieren, ist ein Skandal. Hier werden Grundrechte auf
körperliche Unversehrtheit für das Geschäftsmodell dreier
Airlines geopfert. (16.08.2026)
Nachtflug über Langenhagen: Wie
positionieren sich die Ratsfraktionen?
Langenhagen, August 2026 – Der Streit um den nächtlichen
Flugverkehr am Flughafen Hannover-Langenhagen ist zurück auf
der politischen Tagesordnung. Während die Stadt Langenhagen
bereits Ende 2024 auf eine außergewöhnlich hohe nächtliche
Lärmbelastung hingewiesen hat, wird im Rat inzwischen erneut
über eine Begrenzung des Nachtflugverkehrs diskutiert.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei der
SPD-Fraktion im Langenhagener Stadtrat. Sie unterstützt
inzwischen eine Resolution zur Reduzierung des
Nachtflugverkehrs. Damit vertritt die kommunale SPD eine
deutlich kritischere Position gegenüber dem Nachtflug als die
SPD auf Landesebene.
CDU: Gegen ein generelles Nachtflugverbot.
Die CDU stellt die Bedeutung des Flughafens für Frachtverkehr,
Arbeitsplätze und die regionale Wirtschaft heraus.
Grüne: Forderung nach stärkerem Lärmschutz.
Die Grünen vertreten die deutlich restriktivere Position. Bereits
im Niedersächsischen Landtag forderten sie ein Gutachten, bei
dem insbesondere die betroffenen Kommunen, Bürgerinitiativen
und Anwohner beteiligt werden sollten.
Linke: klares Eintreten für ein Nachtflugverbot.
Besonders eindeutig positioniert sich die Linke. Die
Ratsvertreterin Felicitas Weck hat im Langenhagener Rat einen
Antrag unter dem Titel „Nachtfluglärm macht Menschen krank –
(Nicht nur) Langenhagen braucht zügig ein Nachtflugverbot“
eingebracht.
FDP: Eher gegen ein generelles Nachtflugverbot.
Die FDP möchte den Flughafen als Wirtschafts- und
Logistikstandort sichern und lehnt pauschale Verbote tendenziell
ab. R. B.
Mittelung verschleiert Gesundheitsgefahr:
Spitzenwerte bis 82,8 dB(A) werden im Durchschnitt
unsichtbar
Der nächtliche Fluglärm wird als Durchschnittswert über die
ganze Nacht berechnet. Dabei verschwinden extrem laute
Flugzeuge im Mittelwert – der Wert sinkt unter die 60 dB(A)-
Grenze, ab der eine Gesundheitsgefahr angenommen wird.
Folge: Auch wenn Menschen nachts durch laute Einzelüberflüge
massiv geschädigt werden, gilt das rechtlich als „nicht
gesundheitsgefährdend", weil der Durchschnittswert zu niedrig
ist. Die Mittelung verwischt die echten Belastungsspitzen.
Im Oktober 2024 gemessene Maximalpegel (LAmax):
Abflüge: Maximum von 79,6 dB(A) in Isernhagen und 75,8 dB(A)
in Kaltenweide
Anflüge: Maximum von 82,8 dB(A) in Frielingen und 76,9 dB(A)
in Isernhagen
Der absolut höchste gemessene Einzelpegel betrug somit 82,8
dB(A) bei Anflügen in Frielingen.
Alle Flüge Sonntag 16.08.2026, 0 Uhr bis Montag 17.08.2026, 24 Uhr
Quelle: www.dfs.de Flugverläufe online
Sucht man in Google Maps nach dem Ort Krähenwinkel, wird
derzeit nur ein Teil des Ortes dargestellt. Wiederholte
Hinweise per E-Mail mit der Bitte um Korrektur blieben bislang
erfolglos.
Wer hätte gedacht, dass die Matthias-Claudius-Kirche plötzlich
im Ortsteil Kaltenweide liegt?
Foto: R. B.
(Karte: Google Map, Kartendaten © 2018 GeoBasis-DE/BKG
© 2009), Google Deutschland)
Umweltschutzverein Isernhagen
engagiert sich für Umwelt und
Lebensqualität
Der Umweltschutzverein in Isernhagen und Umgebung
e. V. setzt sich für den Schutz von Natur, Umwelt und
Lebensqualität in Isernhagen und den angrenzenden
Gemeinden ein. Der gemeinnützige Verein informiert
Bürgerinnen und Bürger über Umweltthemen, fördert
umweltbewusstes Verhalten und bringt sich in
öffentliche Diskussionen ein.
Zu den aktuellen Arbeitsschwerpunkten gehören unter
anderem der Einsatz gegen Nachtflug- und
Straßenlärm sowie die Auseinandersetzung mit
geplanten Verkehrs- und Infrastrukturprojekten. In
verschiedenen Arbeitskreisen sammelt der Verein
Informationen, unterstützt betroffene Menschen und
sucht den Dialog mit Politik, Verwaltungen und
anderen Umweltinitiativen.
Mit Informationsveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit
und konkreten Aktionen möchte der
Umweltschutzverein dazu beitragen, Natur und
Landschaft zu bewahren und Isernhagen auch für
kommende Generationen lebenswert zu erhalten.
https://www.umweltschutzverein.de/
Nächtlicher Fluglärm macht krank
Parteigutachten der Flughafenbetreiber:
Die Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH sowie Fluggesellschaften
gaben eigene Lärm- und Schutzzonenberechnungen bei
Ingenieurbüros und Lärmschutzgutachtern in Auftrag.
Das Gutachten wurde am 23. Juni 2025 erstellt. Das Gutachten kommt
zu dem Ergebnis, dass der für 2030 prognostizierte nächtliche
Flugbetrieb am Flughafen Hannover-Langenhagen zwar zahlreiche
Menschen belastet, jedoch keine lärmmedizinisch relevante
Gesundheitsgefahr darstellt. Innerhalb der maßgeblichen Nacht-
Schutzzone leben voraussichtlich rund 25.132 Menschen; für 2.421
Personen wird die Schwelle zur Gesundheitsgefährdung erreicht.
Insgesamt wohnen etwa 63.789 Menschen in einem Bereich, in dem
der nächtliche Fluglärm planerisch berücksichtigt werden sollte. Nach
Einschätzung der Gutachter sind die gesetzlichen Grenzwerte weiterhin
medizinisch vertretbar, sofern die bestehenden Rahmenbedingungen
und Schallschutzmaßnahmen beibehalten werden. Verfasst wurde das
Gutachten vom 23. Juni 2025 von Dipl.-Geophysiker Markus Petz, Prof.
Dr. Thomas Penzel und Prof. Dr. Ulrich Hösch.